Abhängigkeitserkrankungen

Substanzabhängigkeiten sind komplexe Erkrankungen, nie gibt es nur den einen Grund, warum jemand abhängig wird und nicht mehr davon wegkommt. Man geht stattdessen davon aus, dass Menschen, die von Alkohol oder anderen Substanzen abhängig sind, in Teufelskreisen gefangen sind, die mit ihrer eigenen Psyche, der biologischen Wirkung der Substanz und ihrem sozialen Umfeld zu tun haben.

Eine Abhängigkeit oder Sucht kann stoffgebundener oder nicht stofflicher Natur sein. Eine stoffgebundene Abhängigkeit betrifft zum Beispiel den übermäßigen Gebrauch von Alkohol, Nikotin, Medikamenten oder illegalen Drogen. Daneben gibt es nicht stoffliche Suchterkrankungen wie: Internetsucht, Sexsucht, Kaufsucht, Spielsucht und Computersucht.

Psychotrope (psychoaktive) Substanzen, wirken im zentralen Nervensystem und beeinflussen unsere Wahrnehmung, unser Denken, Fühlen und Verhalten. Hierzu zählen Tabak, Alkohol, psychotrope Medikamente, wie Schlaf-, Beruhigungs- oder Schmerzmittel, und illegale Drogen. Die kurzfristig positiven Effekte dieser Substanzen führen zu einem gesteigerten Konsum, welcher langfristig schädliche Folgen für Körper und Psyche hat.

Krankheitsbilder, die durch den Konsum von psychotropen Substanzen auftreten können, sind Störungen durch Substanzkonsum (Substanzkonsumstörung) sowie substanzinduzierte Störungen. Zu Letzteren zählen beispielsweise die Vergiftung aufgrund der Einnahme einer Substanz, zum Beispiel eine Alkoholvergiftung, oder auch psychische Störungen, die in Zusammenhang mit einem Substanzkonsum entstehen, wie z. B. Psychosen.

Als suchtkrank wird jemand bezeichnet, der das eigene Verhalten nicht mehr unter Kontrolle hat. Es handelt sich um ein zwanghaftes Bedürfnis nach einer bestimmten Substanz oder Tätigkeit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert gemäß ICD sechs Kriterien für eine Abhängigkeit. Mindestens drei müssen innerhalb eines Jahres erfüllt gewesen sein:

  1. Starker Wunsch oder eine Art Zwang, eine Substanz zu konsumieren
  2. Verminderte Kontrollfähigkeit (bzgl. Beginn, Beendigung und Menge des Substanzkonsums)
  3. Körperliches Entzugssyndrom
  4. Toleranz (d. h. Dosiserhöhung ist notwendig, um die gewünschte Wirkung zu erreichen)
  5. Fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügungen oder Interessen zugunsten des Substanzkonsums, erhöhter Zeitaufwand, zum Substanzkonsum oder sich von Folgen zu erholen
  6. Anhaltender Substanzkonsum trotz Nachweis schädlicher Folgen (körperlich und psychisch)

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