Zwangsstörungen

Zwangshandlungen sind Handlungsstereotypien, die ständig wiederholt werden müssen. Typische Beispiele sind der Waschzwang, Kontrollzwang, Zwangsgedanken, magisches Denken und der Ordnungszwang. Zwangshandlungen bestehen oft aus Kontroll- oder Reinigungshandlungen. Zwangsstörungen können so stark ausgeprägt sein, dass eine normale Lebensführung unmöglich ist.

Aufdringliche Gedanken sind zuerst einmal völlig „normal“, fast jeder kennt die Melodie, den „Ohrwurm“ der einem nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Die Inhalte dieser Gedanken können manchmal durchaus unangenehm oder bedrohlich sein, wie zum Beispiel „Ich könnte das Gleichgewicht verlieren und stürzen, mir den Kopf aufschlagen“. Oder „Ich könnte meine Wohnungstür beim Verlassen der Wohnung nicht abgeschlossen haben.“ Unbedeutende Gedanken werden so schnell, wie sie aufgetreten sind, auch wieder verworfen. Wird der Gedanke jedoch als wichtig bewertet, wird er auch stärker ins Bewusstsein gerufen als unbedeutende Gedanken.

Durch die zugemessene negative Bedeutung des aufdringlichen Gedankens im Zusammenhang mit alltäglicher Belastung (Stress) wird dieser selbst zur Belastung.

Es entstehen Emotionen, die je nach Bedeutung verschieden sein können. So sind wir ängstlich, wenn wir befürchten, etwas Schlimmes könnte passieren. Oder wir erleben eine innere Unruhe, wenn wir denken, etwas Wichtiges vergessen zu haben. Die Emotionen wirken wiederum zurück auf die Bewertung und das Auftreten des Gedankens. Starke Gefühle bestätigen die Relevanz des aufdringlichen Gedankens: „Wenn es mir so viel Angst macht, dann muss der Gedanke wichtig sein.“

Um die mit dem Gedanken verbundenen negativen Gefühle, und als bedrohlich erlebte Erregung zu kontrollieren oder zu beenden, wird dann etwas unternommen, eine Zwangshandlung setzt ein. Diese kann sowohl auf der behavioralen als auch kognitiven Ebene durchgeführt werden. Man nennt dies Neutralisieren.

Das Neutralisieren führt dazu, dass das unangenehme Gefühl kurzfristig zurückgeht, so wird jedoch gleichsam die Verbindung zwischen dem aufdringlichen Gedanken und dem Neutralisieren gestärkt, da das Neutralisieren negativ verstärkt wird. Langfristig kehrt der aufdringliche Gedanken wieder, obwohl die Neutralisation durchgeführt wurde.

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