Supervision

Supervision ist eine qualitätssichernde Arbeit, die besonders der Weiterentwicklung der persönlichen und beruflichen Kompetenzen dient.

Wir bieten verhaltenstherapeutisch orientierte Fall- und Teamsupervision, sowohl in Weiterbildungsinstituten als auch in Institutionen des Gesundheitswesens an.

Verhaltenstherapeutisch orientierte Selbsterfahrung

Verhaltenstherapie ist ein Verfahren, das wissenschaftlich, empirisch/Evidenz basiert begründet ist. Ein Ziel der Professionalisierung innerhalb der Weiterbildung zum FA ist das Erlernen sinnvoller Verknüpfungen der instrumentellen Fähigkeiten mit emotionalen Reaktionsweisen, kognitiven Strukturen und behavioralen Mustern. Die Voraussetzung für diese Entwicklung ist die Auseinandersetzung mit motivationalen und persönlichen Anteilen, die in unsere Arbeit einfließen. Das bedeutet, das Erarbeiten, im klinisch-therapeutischen Prozess wirksamer funktionaler und dysfunktionaler Anteile.

Selbsterfahrung kann somit als personaler Prozess mit folgenden Komponenten beschrieben werden:

  • Erkennen und Stärken von Kompetenzen
  • Modifikation problematischer Verhaltens- oder Interaktionsmuster
1. Das Selbsterfahrungskonzept

Grundsätzlich lassen sich zwei Formen der Selbsterfahrung unterscheiden:

  • Personenbezogene Selbsterfahrung und Eigentherapie: Im Fokus stehen Person, Entwicklung der psychischen Strukturen, vergangene und aktuelle Probleme
  • Praxisbezogene Selbsterfahrung: Im Mittelpunkt stehen spezifische vorgegebene Themen (Präferenzen für bestimmte Patienten, Psychohygiene, schwierige Therapiesituationen) und eigene Erfahrung im Setting der jeweiligen Arbeit.

Die Praxisbezogene Selbsterfahrung ist als Ausbildungs- und methodenbezogene Selbsterfahrung eine didaktische Methode, die zur Förderung von Methodenkompetenz und persönlicher Entwicklung geeignet ist.

Selbsterfahrung als Prozess der therapeutischen Methoden fokussiert, stellt die Frage: Wie erlebe ich selbst Interventionen im therapeutischen Prozess? Dies beinhaltet die Auseinandersetzung mit persönlichen Erfahrungen im Zusammenhang mit psychotherapeutischen Interventionen. Die Gruppe bildet den Resonanzboden für diese Erfahrung, stellt aber keinen Gegenstand dieser Erfahrung dar. Prozesse innerhalb der Gruppe werden nur bei „Störungen“ zum Thema (siehe Selbsterfahrung-Regeln).

Selbsterfahrung hat eine therapeutische Funktion ohne Eigentherapie zu sein: Auf einem denkbaren Kontinuum lassen sich folgende Abstufen vornehmen. Themen die geeignet sind für Gruppenselbsterfahrung, solche die sich für Einzelselbsterfahrung eignen, Themen die in einer psychologischen Beratung aufgegriffen werden und schließlich Themen, die Gegenstand einer Psychotherapie sind.

Im Fokus der therapeutisch orientierten Selbsterfahrung stehen psychische und interpersonale Probleme, die innerhalb der Selbsterfahrung reduziert werden können. Dabei kann die Empfehlung ausgesprochen werden, dass für die Problematik ein anderes Setting als die Gruppenselbsterfahrung geeigneter erscheint, etwa die Einzelselbsterfahrung oder eine Therapie. Selbsterfahrung hat verschiedene Funktionen:

Selbsterfahrung hat eine präventive Funktion bzw. Belastungsreduktion: Innerhalb der Selbsterfahrung werden Möglichkeiten zur Psychohygiene und Selbstfürsorge fokussiert.

Selbsterfahrung hat die Funktion der Sozialisation und Identitätsstiftung: Innerhalb der Selbsterfahrung besteht die Möglichkeit sich mit der ausgewählten professionellen Orientierung, den diesbezüglichen Techniken und Methoden, sowie den Rahmenbedingungen auseinanderzusetzen.

Selbsterfahrung hat die Funktion des Perspektivwechsels: Die Selbsterfahrungsanteile ermöglichen es in die Rolle der PatientInnen zu schlüpfen und neue Erfahrungen zu machen. Dies führt zu einer Zunahme von Flexibilität, indem wir uns der eigenen Grenzen bewusst werden und auf die Bedürfnisse und Reaktionen unserer Patienten adäquat reagieren.

Selbsterfahrung hat die Funktion methodische Kompetenz zu erhöhen: Ein sehr wichtiger Bestandteil der Selbsterfahrung ist es, die notwendigen Methoden, Techniken, und Strategien der gewählten Therapieorientierung – u. a. über Lernen am Modell, Rollenspiele, Verhaltensexperimente – selbst zu erfahren und besser kennenzulernen.

Die Ziele der Selbsterfahrung sind:

  • die Erfahrung von Verhaltenstherapie und ihren Methoden
  • die Integration der Lebens- und Lerngeschichte in das aktuelle berufliche Setting (Verhalten als Therapeut)
  • die Erweiterung der interaktionellen Kompetenzen
2. Bestandteile der methodenorientierten Selbsterfahrung
  • Standortbestimmung hinsichtlich der Verfahren
  • Kennenlernen der Gruppe
  • Erwartungen/Befürchtungen an die Selbsterfahrung
  • Arbeiten mit biografischen Fragen
  • Arbeiten mit der Verhaltensmodifikation
  • Kennenlernen von therapeutischen Interventionen
  • Arbeit an den persönlichen Ressourcen/Stärken
  • Evaluation und Rückmeldung
  • Selbsterfahrung und therapeutischer Prozess
  • Erstgespräch
  • Diagnostik
  • Anamnese (Biographie)
  • Verhaltensanalyse (Makro- und Mikroanalyse)
  • Psychoedukation
  • Interventionen
  • Evaluation

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